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Smarter Start ab 14 - sind smartphonefreie Klassen die Lösung?

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    Team smartphonefrei 🌈
  • vor 7 Tagen
  • 7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Smartphonefreie Schulen und Klassen - Smarter Start ab 14

Smartphonefreie Klassen - Smarter Start ab 14 spielt wichtige Rolle

In den letzten Monaten hat das Thema „Smartphonefreie Schulen“ in Deutschland massiv an Fahrt aufgenommen. Was lange als rückwärtsgewandt galt, wird heute von immer mehr Eltern, Lehrkräften und Schulleitungen als notwendige Maßnahme im Sinne eines schulischen Schutzraums begriffen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Elterninitiative „Smarter Start ab 14“.


Das Herzstück von „Smarter Start ab 14“ ist die Vernetzung von Eltern untereinander, denn das Problem ist selten das digitale Endgerät an sich, sondern der soziale Ausschluss: Wenn alle Kinder in der 5. Klasse ein Smartphone haben, ist das Kind ohne Gerät der Außenseiter oder die Außenseiterin. Das Konzept setzt hier an, indem Eltern eine gemeinsame Vereinbarung treffen: Kein eigenes Smartphone vor dem 14. Geburtstag.


„Erst Kindheit. Dann Smartphone. Wir glauben, dass Kindheit am besten analog beginnt - mit Dreck unter den Fingernägeln, nicht mit Display in der Hand. Wir wollen, dass unsere Kinder stark, gesund und glücklich aufwachsen. Kinder sind nicht dafür verantwortlich, sich selbst im digitalen Raum zu schützen. Das liegt in der Verantwortung von uns Erwachsenen und der des Staates.“ (Elterninitiative Smarter Start ab 14)

Schulen mit smartphonefreien Klassen - die Pioniere

Pioniere wie das Gymnasium Wentorf, das Christianeum in Hamburg oder auch das Ratsgymnasium Osnabrück zeigen, wie ein Beitrag zum Ziel "smartphonefreie Kindheit" in der schulischen Praxis aussehen kann. Dort wurden spezielle smartphonefreie 5. Klassen eingerichtet. Eltern melden ihre Kinder gezielt für diese Klassen an und unterschreiben eine Selbstverpflichtung. Erlaubt sind oft nur einfache Tastentelefone für die Erreichbarkeit. Das Ergebnis? Die Schulen werden von Anmeldungen regelrecht überrannt. Eltern atmen auf, weil der Druck, dem Kind ein Smartphone kaufen zu müssen, von außen genommen wird.


Aber sind smartphonefreie 5. Klassen - obwohl sie in jedem Fall einen wichtigen Anfang darstellen und eine Symbolwirkung haben - tatsächlich eine ganzheitliche und langfristige pädagogische Strategie im Umgang mit Smartphones im Speziellen und digitaler Bildung im Allgemeinen für alle Schulen und die Schulstufen 5-13 in Deutschland?


Smarter Start ab 14 - Smartphonefreie Klassen - Handtaschen und Magnet

Smartphonefreie Klassen - Was sagt die Wissenschaft

Bei näherer Betrachtung der aktuellen Studienlage zur Handynutzung erscheinen smartphonefreie 5. Klassen zunächst als perfekte Lösung, denn die aktuelle JIM-Studie 2025 verdeutlicht das Ausmaß: Jugendliche verbringen im Schnitt 231 Minuten (fast vier Stunden) täglich an ihrem Smartphone. Bei den 12- bis 13-Jährigen sind es bereits 166 Minuten. Besonders alarmierend: 44 % geben an, sich bei den Hausaufgaben regelmäßig ablenken zu lassen.


Wissenschaftler der Universität Paderborn (Lindberg et al., 2023) konnten in einer vielbeachteten Studie nachweisen, dass die bloße Anwesenheit des Smartphones die kognitive Leistung reduziert. Selbst wenn das Handy ausgeschaltet auf dem Tisch liegt, beansprucht es Ressourcen im Arbeitsgedächtnis, da das Gehirn aktiv den Impuls unterdrücken muss, zum Gerät zu greifen.

„Nutzer arbeiten langsamer und unkonzentrierter, sobald das Handy in Sichtweite ist – egal ob es an oder aus ist“ (Prof. Dr. Sven Lindberg)

Um volle Konzentration zu erreichen, ist eine physische Trennung, wie sie Handytaschen ermöglichen, unumgänglich. Auch internationale Studien, wie die des US-Forschers Adrian Ward, bestätigen diesen „Brain Drain“-Effekt: Je näher das Smartphone, desto geringer die kognitive Kapazität. Smartphonefreie Klassen stellen auf den ersten Blick eine Lösung für das Problem dar.


Smarter Start ab 14 - smartphonefreie Klassen als Lösung

Smartphones - Beeinträchtigung der kognitiven Leistungsfähigkeit?

Trotz der überzeugenden Argumente für eine konzentrationsfördernde Lernumgebung wäre es zu kurz gegriffen, das Thema: Smarter Start ab 14 - smartphonefreie Klassen, ohne eine kritische Würdigung der potenziellen Schwachstellen zu betrachten. Dieses auch unter Berücksichtigung der Lebensrealität der Kinder und Jugendlichen, der schulischen Alltagspraxis und der Fragestellung, was passiert eigentlich in Klasse 6, 7 oder 8?


Dabei müssen einerseits medienpädagogische Herausforderungen adressiert werden, um den Bildungsauftrag zur digitalen Souveränität nicht durch rein restriktive Maßnahmen zu gefährden.


Ebenso gilt es, die soziale Dynamik innerhalb der Schulgemeinschaft sowie die psychologischen Mechanismen der „verbotenen Frucht“ in den Blick zu nehmen, um eine Abwanderung in unkontrollierte Räume zu verhindern.


Schließlich stellt sich die Frage nach der Angemessenheit starrer Altersgrenzen, die individuelle Entwicklungsunterschiede der Kinder oft unberücksichtigt lassen.


Smarter Start ab 14 - smartphonefrei - Handytaschen

Das pädagogische Dilemma?

Häufig werden im Kontext von Handyverboten oder der späten Ausstattung mit privaten Smartphones Argumente wie z.B. "Vermeidung ist keine Erziehung" oder "der Schock kommt dann mit 14" hervorgebracht. Doch zeigt der Vergleich von Smartphonenutzung und Alkohol oder anderen Drogen, dass bei Letztgenannten die restriktiven Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen schon heute mit Erfolg und aus gutem Grund praktiziert werden:


  • Vermeidung ist keine Erziehung: Viele Eltern meinen, dass das Smartphone zur Lebensrealität gehört - zumindest ab einem bestimmten Alter; ein reines Verbot vermittelt keine notwendige Medienkompetenz. Deshalb ist unserer Meinung nach unbedingt darauf zu achten, dass neben "smartphonefreien Eingangsklassen" pädagogische Konzepte entwickelt werden, die alle Jahrgangsstufen schützen, informieren und zu einem mündigen Umgang in der digitalen Welt erziehen - ein privates Smartphone ist dafür in der Schule nicht notwendig.

  • Gefahr des „Schock-Effekts“: Kinder, die bis zum 14. Lebensjahr in einem rein analogen Raum gehalten werden, treffen später unvorbereitet auf eine komplexe und teilweise toxische digitale Welt - so ein weiteres Argument gegen handyfreie Klassen. Um auch dieses Argument zu entkräften wird deutlich, dass Medienerziehung durch administrierte Tablets in Schulen absolut notwendig sind, privat genutzte Smartphones dagegen nicht.

  • Fehlender Schutzraum und Bildungsauftrag: Es wird immer wieder hervorgebracht, dass ohne die Schule als begleitende Instanz der Ort, an dem Mechanismen wie Algorithmen, Suchtpotenziale (z. B. Kurzvideos auf Social Media) und Fake News kritisch reflektiert werden können, fehlt. Die Schule riskiert somit, ihre Aufgabe zur Förderung der „digitalen Souveränität“ zu vernachlässigen, wenn digitale Endgeräte nur als Störfaktor und nicht als Werkzeug begriffen werden - auch hier wird deutlich, wie wichtig die pädagogische, schulische Arbeit mit digitalen Arbeitsgeräten ist - und das im besten Falle ganz ohne private Smartphones.

  • Disziplin vs. Kompetenz: Ein weiteres Argument zielt auf die Vermutung ab, dass ein restriktiver Ansatz zwar Disziplin durch Abwesenheit lehrt, die Kinder und Jugendlichen aber nicht zum verantwortungsvollen Umgang mit der Präsenz digitaler Medien befähigt werden. Unserer Meinung nach gibt es hier nur eine Schlussfolgerung: Private Smartphones als Entertainmentgeräte gehören trotzdem nicht in Kinderhände/in die Schule - pädagogisch administrierte Arbeitsgeräte z.B. Tablets aber sehr wohl.

  • Smartphonefreie Klassen als pädagogisches Konzept? Generell stellt sich allerdings die Frage, ob es sich bei der Einrichtung von smartphonefreien Klassen überhaupt um ein "pädagogisches Konzept" im eigentlichen Sinne handelt? Denn was passiert mit Kindern, die eine "Regelklasse" inklusive privater Smartphones nutzen? Was geschieht ab der Klassenstufe 6? Werden alle Eltern die Selbstverpflichtung, dem eigenen Kind kein Smartphone in die Schule mitzugeben, auch in Klasse 7 und 8 weiter aufrecht erhalten?


Smarter Start ab 14 - smartphonefreie Klassen - pädagogische Stütze

Soziale Fragmentierung?

  • Zweiklassengesellschaft & fehlende Bildungsgerechtigkeit: Die Koexistenz von smartphonefreien und regulären Klassen schafft eine künstliche Trennung innerhalb der Schülerschaft. Gleichzeitig sind gerade die Kinder aus Elternhäusern, die sich um das Thema Smartphonenutzung wenig kümmern und ihre Kinder nicht in smartphonefreien Klassen anmelden, besonders gefährdet - diese Kinder werden im Konzept der smartphonefreien Klassen nicht berücksichtigt, sondern sich selbst überlassen. Bildungspolitisch und gerade auch im Bezug auf die Bildungsgerechtigkeit kann diese Lösung somit niemanden zufriedenstellen.

  • Zweiklassengesellschaft auch von Lehrerseite: Es ist zu befürchten, dass sich auch bei Lehrerinnen und Lehrern sehr schnell herumspricht, dass die "smartphonefreie Klasse" im Jahrgang deutlich angenehmer zu unterrichten ist z.B. da das Thema WhatsApp Gruppen, Cybermobbing, etc. wenig relevant scheint & Eltern insgesamt umsichter und bemühter sein werden. Gleichzeitig stellt sich die Frage - auch im Sinne der Bildungsgerechtigkeit - ob Kinder aus Elternhäusern, die sich weniger kümmern (können), eventuell "bildungsferner" sind, nicht die gleichen Chancen bezüglich einer smartphonefreien Kindheit bzw. eines smartphonefreien Schultages verdient hätten?

  • Getrennte Kommunikationskulturen: Es entwickeln sich im Bezug auf die Kommunikationskultur zwei Parallelwelten innerhalb der Schule, in der es smartphonefreie und nicht-smartphonefreie Klassen in einer Stufe gibt, was den allgemeinen Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl gefährden könnte.


Smarter Start ab 14

Der Reiz des Verbotenen?

  • Verlagerung in den unkontrollierten Raum: Strikte Verbote ohne begleitende Dialogangebote bzw. schulisch administrierte Arbeitsgeräte (Tablets) können dazu führen, dass die Mediennutzung in den privaten, unbeobachteten Bereich (das Kinderzimmer) abwandert.

  • Verlust der pädagogischen Intervention: Durch die Politik der kompletten Absenz wird die Chance minimiert, Vorfälle zeitnah im geschützten Rahmen aufzugreifen und gemeinsam zu reflektieren - auch deshalb ist der Einsatz schulisch administrierter Tablets mit entsprechenden pädagogischen Konzepten u.a. Jamf Safe Internet mehr als wünschenswert.

  • Individuelle Entwicklungsunterschiede & digitale Teilhabe: Eine starre Grenze (wie das 14. Lebensjahr) vernachlässigt, dass Kinder sehr unterschiedlich schnell die nötige Reife und Medienkompetenz entwickeln. Trotzdem sind wir der Meinung, dass unregulierte & private Smartphones nicht in Kinderhände bzw. in die Schule gehören, denn durch schulisch administrierte Arbeitsgeräte ist das natürliche Bedürfnis Heranwachsender nach Selbstbestimmung und digitaler Teilhabe gesichert.


Smarter Start ab 14 Handytaschen für Schulen

Smarter Start ab 14 & smartphonefreie Klassen - unser Fazit

Wir unterstützen Smarter Start ab 14 und die Idee der smartphonefreien Klassen als Grassroots-Initiative sehr. Gleichzeitig zeigen die oben genannten Argumente und die heutige Schulrealität deutschlandweit, dass eine smartphonefreie Eingangsklasse zwar einen sehr guten Anfang, aber kein bundesweites, ganzzeitliches pädagogisches Konzept für Schulen von Stufe 5 bis 13 darstellen kann.


Uns erscheint es unmöglich die Verwendung von Smartphones in der Schule generell über die Klassenstufen 5 bis 13 in Deutschland zu verbieten. Dieses vor allem im Bezug auf die gemachten Erfahrungen in der schulischen Alltagspraxis - denn Handyverbote gibt es an fast allen Schulen in Deutschland seit Jahren - nur die praktische Durchsetzung misslingt aus vielerlei Gründen fast immer, dieses auch, weil der administrative Aufwand & das tägliche Konfliktpotenzial für Lehrerinnen und Lehrer schlichtweg zu hoch ist. Deshalb haben wir mit unseren Handytaschen von und dem pädagogischen Begleitkonzept ein einfaches, sicheres und funktionierendes System etabliert, mit dem Schulen deutschlandweit smartphonefrei werden - dieses auch im Sinne gelingender Bildungsgerechtigkeit.


Gleichzeitig propagieren wir die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf das Leben in einer digital geprägten Gesellschaft durch den Einsatz von administrierten Arbeitsgeräten (Tablets) im Rahmen einer 1:1 Ausstattung z.B. ab der Stufe 7 oder 8 und die entsprechende Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte. Hier stehen die Schulträger in der Pflicht. Der Schutzraum Schule muss genutzt werden, um im Rahmen des Unterrichts, Projekttagen und Exkursionen umfangreiches Wissen über die digitale Welt aufzubauen - inklusive wichtiger Kompetenzen, Fähigkeiten & Skills - und Bewusstsein für die Chancen und Risiken sowohl bei Kindern & Jugendlichen, aber auch deren Eltern und Erziehungsberechtigten zu schaffen.


Möchten Sie erfahren, wie unsere Handytaschen dabei helfen, den Mittelweg zwischen Schutz und kontrollierter Mediennutzung durch digitale Arbeitsgeräte zu finden? Nehmen Sie Kontakt mit uns über unser Kontakformular - siehe unten - auf.


Ihr idealer Partner bei der Umsetzung eines Handyverbots

Alexander Hillmann - Gründer und Geschäftsführer von smartphonefrei.com

Setzen Sie auf eine ungestörte und smartphonefreie Lernatmosphäre an Ihrer Schule und fördern Sie die direkte soziale Interaktion zwischen Schülerinnen und Schülern.


Kontaktieren Sie unseren Gründer, Herrn Alexander Hillmann für Ihr individuelles Beratungsgespräch auf dem Weg zu einem Handyverbot und dem Qualitätssiegel einer smartphonefreien Schule gerne direkt über unser Kontaktformular:




 
 
 

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